Ausstellungen

2022 – Plastic Phantastic?

Paulo de Brito · Angelika Hubner · Helmi Iwan · Maria Rosina Lamp · Sabina Schrenker

Fünf Künstler, die sich auf ihre Art mit dem Thema Plastik auseinandersetzen. Die daraus entstandenen Kunstwerke waren zu sehen im Art|Atelier Paulo de Brito, Bahnhofstraße 1, 82319 Starnberg.
Ausstellung: Donnerstag, 26. Mai bis 03. Juli 2022 – als offizieller Teil des „Kultursommers 2022“ der Stadt Starnberg.

Begleitprogramm zur Ausstellung:
Textil Performance
Die Kostümbildnerin Angelika Hubner inszeniert vergnüglich-ironische Szenenbilder aus recycelten Kleidungsstücken.
Samstag, 28. Mai 2022 um 16 Uhr

Diashow
„Von den größten Rochen der Welt und den kleinsten Gefahren des Ozeans: Mikroplastik“
mit MANTAHARI Ocean Care Gründer Tim Noack.
Donnerstag, 02. Juni 2022 um 15 Uhr und 16 Uhr

Intention der Ausstellung
Kunststoffprodukte und -verpackungen sind leicht, billig, praktisch – und ein Riesenproblem. Mit Objekten und Rauminstallationen aus Plastikmüll und einem Videoprojekt stellen die fünf Künstler ihren jeweiligen Blickwinkel dar. Sie wollen die Augen öffnen für einen sorgsameren Umgang mit Plastik, damit wir es nicht weiterhin so bedenkenlos nutzen. Das Problem ist seit Jahren hinlänglich bekannt, trotzdem steigt das Pro-Kopf-Aufkommen an Plastikmüll in Deutschland von Jahr zu Jahr, obwohl wir schon deutlich über dem europäischen Durchschnitt liegen. Es muß also ein Umdenken passieren, das geschieht zum einen durch Aufklärung und zum anderen in der bildlichen Darstellung.

Rauminstallation von Paulo de Brito
In einer großen Rauminstallationen, die den Zyklus eines Menschenlebens darstellt, versinnbildlicht Paulo de Brito wie Plastik uns von der Geburt bis zum Tod begleitet. Den ersten Blick zieht ein riesiger Wasserhahn auf sich, aus dem Plastikmüll „sprudelt“, daneben thront eine Babypuppe auf einem Turm aus Elektrokabeln, durch ein großes Plastikrohr rauschen zwei Gummipuppen „Adam & Eva“, schwarzes Plastikgehänge verweist auf den Tod. Das Ende des Zyklus ist jedoch die Sonnenblume, die im Asphalt erstickt. Ohne die Natur ist ein Leben für nachfolgende Generationen nicht möglich.

„Venus der Tüten“ – Installation von Maria Rosina Lamp
Zu diesem Zyklus gehört die Installation von Maria Rosina Lamp „Venus der Tüten“. Ein aus Kunststoff geformter Körperabdruck der Künstlerin, in der Haltung der Venus von Milo steht vor einem Berg aus Plastikmüll. Die Künstlerin konfrontiert uns mit unserem Konsumverhalten. In Deutschland werden jedes Jahr pro Kopf durchschnittlich 47 Kilo Verpackungsmüll weggeworfen. Aus dem Inhalt der gelben Säcke läßt sich ein Persönlichkeitsprofil der Konsumenten erstellen, denn der Müll spiegelt deren Vorlieben und Lebensformen wider – so entlarven sich Vegetarier oder Fleischkonsumenten ebenso, wie Haustierbesitzer oder Familien mit Kleinkindern. Der Plastikmüll wird zum Spiegel des menschlichen Verhaltens, seiner Sozialisation und Kultur.

„Schöne neue (Plastik-)Welt“ – Videoinstallation von Maria Rosina Lamp und Paulo de Brito
In kurzen Filmsequenzen meditiert das Künstlerpaar über den Stellenwert von Plastik im Alltag. (Alp)traumartig zeigen sie die verführerisch schöne Seite des Materials und seine überwältigende Omnipräsenz.

„SOS“ – Installation von Angelika Hubner auf der „Wiege von Starnberg“.
Die Installation von Angelika Hubner besteht aus über 300 Plastiktüten, welche die Wertstoffkünstlerin über Jahre gesammelt und geschenkt bekommen hat. Mit ihren bunten Labels verkünden sie ihre Marken und ihre Herkunft aus bekannten Einkaufstempels aus der ganzen Welt. Die Tüten nähte die Künstlerin so zusammen, dass in der Mitte des ca. 50 Quadratmeter großen und dabei nur 3,8 kg schweren Stoffes ein riesiges „SOS“ lesbar wurde. Ein Aufruf, sich der schieren Plastikmenge bewusst zu werden, die das Konsumverhalten produziert.

Plastikmode (nicht) zum Anziehen ….
Die Kostümbildnerin Angelika Hubner zeigt verspielte Plastikmode, die aus Videobändern gehäkelt, Kaffeeverpackung oder aus alten Regenschirmen genäht wurde. Im Gegensatz zu ihrem bunten und auffälligen Upcycling-Schmuck sind sie leider nicht tragbar.

. und eine Textilperformance von Angelika Hubner.
Mit Szenenbildern aus recycelten Kleidungsstücken soll die Phantasie der Zuschauer angeregt werden, wie man aus abgelegten Kleidungsstücken schicke und tragbare Mode machen kann.

Familie Plexi“ – Figurengruppe aus Plastikmüll von Helmi Iwan
Der Künstlerin Helmi Iwan ist Umweltschutz ein Herzensanliegen. In vielen Bereichen engagiert sie sich dahingehend bereits. Ihre vierteilige Skulpturengruppe „Familie Plexi“ besteht komplett aus weggeworfener Plastikverpackung, welche die Künstlerin zweckentfremdet. Mit einem Augenzwinkern verdeutlicht sie so den Einfluss von Plastik auf die ganze Familie.

Kleinplastiken aus Kunststoff von Sabina Schrenker
Auch die Künstlerin Sabina Schrenker zeigt die verspielte und ästhetische Seite des Materials „Plastik“. Ihre fröhlich bunten Skulpturen erinnern an Werke der Künstlerin Niki de Saint Phalle und streben, wie diese, eine Harmonie der Farben und Formen an.

Diashow mit Tim Noack

Die Organisation „VISION & MISSION – Mantahari Oceancare“ möchte auf ihre Organisation aufmerksam machen. Dazu ist Gründer Tim Noack vor Ort und zeigt in einer halbstündigen Diashow Unterwasseraufnahmen von seinen Begegnungen mit Mantarochen und den Problemen mit Plastik.

2021 – faces

Vom 18.06. bis 08.08. zeigten Maria Rosina Lamp und Paulo de Brito zum Thema „faces“ Gemälde, Skulpturen, die Installation „Du bist also gehst Du vorüber“ und eine Videoinstallation mit dem Titel „Heimat ist anderswo“.

In seiner Serie „CaraFaccia“ begibt sich Paulo de Brito auf eine spannende Reise in die Welt der Portraitmalerei. Als künstlerische Inspirationsquelle dienten ihm die Werke der Expressionisten – hier besonders Alexej Jawlensky und Markus Lüpertz. Wichtig war ihm die kontrollierte Reduktion der Gesichtsformen auf ihre Grund­elemente bei gleichzeitiger freier Pinselführung. In der malerischen Auseinandersetzung mit Farbklängen und ihrer Wirkung auf den Betrachter, sucht er nach Wegen, um die Emotionen beim Anblick eines „Geliebten Gesichtes“ sichtbar zu machen.

Ganz anders die Herangehensweise von Maria Rosina Lamp. Sie widmet sich in ihren Arbeiten dem Menschen mit seinen vielen Facetten. In ihren Portraits und Akten versucht die Künstlerin das Wesen einer Person einzufangen und wie sie sich in der Welt und im Licht präsentiert. Ihre Installation „Du bist, also gehst Du vorüber“ weist darauf hin, daß sich der Mensch dem Fluss des Vergänglichen unterwerfen und hingeben muß.

Ausgangsmaterial für die Videoinstallation Heimat ist anderswo“ sind Originaldias aus dem Nachlass des 2008 im Alter von 53 Jahren verstorbenen Arztes Dr. Peter Hartmann (Ehemann von Maria Rosina Lamp). Entstanden sind die Dias während seiner Einsätze an den Brennpunkten der Humanitären Hilfsmaßnahmen von UNHCR, Malteser Hilfsdienst und Bundeswehr.
In der Bearbeitung von Paulo de Brito schlagen die Bilder eine Brücke zur Kindheit von Maria Rosina Lamp und Paulo de Brito. Deren Eltern wurden 1946 aus Ungarn/Tschechien vertrieben bzw. mußten 1975 aus Angola flüchten. Das Thema Flucht und Vertreibung hat beider Kindheit stark geprägt und das spätere Leben beeinflusst.

2020 – Regionaler Wettbewerb der mse-Kunsthalle Unterammergau

Die mSE-Kunsthalle in Unterammergau hat in 2020 einen Kunstwettbewerb in der Region zum Thema „Der menschliche Körper“ ausgeschrieben. Nach Einsendeschluss im Mai 2020 wurde eine meiner Arbeiten in die Shortlist der 16 besten Werke ausgewählt: http://www.mse-kunsthalle.de/497-2/

Bewertung der Jury: Die eindringliche, konzentrierte Ausführung dieses Frauenaktes macht fast vergessen, das nichts in einem Gemälde naheliegend oder selbstverständlich ist, sondern das Ergebnis einer Entscheidung: Der Eigenwert des Pinselduktus, die Tiefe des Raums, die Tönung der Farben, um nur Weniges zu nennen, sind meisterlich abgewogen, um die Stille, Nahbarkeit und Schönheit des Gemäldes sowie die gelassene, hingebungsvolle Stimmung der Figur entstehen zu lassen.

 

 

2020 »Portrait und Haltung in Malerei und Skulptur«

Maria Rosina Lamp, Malerei Oleg Kuzenko, Malerei Jozek Nowak, Skulptur

8. bis 23. August 2020 Atelier & Galerie Silberhorn in Pöcking/Maising

Atelier & Galerie Silberhorn · Ortsstraße 12a · 82343 Pöcking/Maising Phone Galerie: 0049 8151 18 90 580 Phone Maria Rosina Lamp: 0049 172 844 35 06 info@galerie-silberhorn.de http://www.galerie-silberhorn.de