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Paulo de Brito · Angelika Hubner · Helmi Iwan · Maria Rosina Lamp · Sabina Schrenker

Fünf Künstler, die sich auf ihre Art mit dem Thema Plastik auseinandersetzen. Die daraus entstandenen Kunstwerke sind zu sehen im Art|Atelier Paulo de Brito, Bahnhofstraße 1, 82319 Starnberg.
Eröffnung am Donnerstag, 26. Mai 2022 um 16 Uhr

Ausstellungsdauer: 27. Mai bis 19. Juni 2022
Öffnungszeiten: Fr – So von 15 – 18 Uhr und nach Vereinbarung (Tel. 0172 – 844 35 06).

Begleitprogramm zur Ausstellung:
Textil Performance
Die Kostümbildnerin Angelika Hubner inszeniert vergnüglich-ironische Szenenbilder aus recycelten Kleidungsstücken.
Samstag, 28. Mai 2022 um 16 Uhr (bei trockenem Wetter)

Diashow
„Von den größten Rochen der Welt und den kleinsten Gefahren des Ozeans: Mikroplastik“
mit MANTAHARI Ocean Care Gründer Tim Noack.
Donnerstag, 02. Juni 2022 um 15 Uhr und 16 Uhr

Intention der Ausstellung
Kunststoffprodukte und -verpackungen sind leicht, billig, praktisch – und ein Riesenproblem. Mit Objekten und Rauminstallationen aus Plastikmüll und einem Videoprojekt stellen die fünf Künstler ihren jeweiligen Blickwinkel dar. Sie wollen die Augen öffnen für einen sorgsameren Umgang mit Plastik, damit wir es nicht weiterhin so bedenkenlos nutzen. Das Problem ist seit Jahren hinlänglich bekannt, trotzdem steigt das Pro-Kopf-Aufkommen an Plastikmüll in Deutschland von Jahr zu Jahr, obwohl wir schon deutlich über dem europäischen Durchschnitt liegen. Es muß also ein Umdenken passieren, das geschieht zum einen durch Aufklärung und zum anderen in der bildlichen Darstellung.

Rauminstallation von Paulo de Brito
In einer großen Rauminstallationen, die den Zyklus eines Menschenlebens darstellt, versinnbildlicht Paulo de Brito wie Plastik uns von der Geburt bis zum Tod begleitet. Den ersten Blick zieht ein riesiger Wasserhahn auf sich, aus dem Plastikmüll „sprudelt“, daneben thront eine Babypuppe auf einem Turm aus Elektrokabeln, durch ein großes Plastikrohr rauschen zwei Gummipuppen „Adam & Eva“, schwarzes Plastikgehänge verweist auf den Tod. Das Ende des Zyklus ist jedoch die Sonnenblume, die im Asphalt erstickt. Ohne die Natur ist ein Leben für nachfolgende Generationen nicht möglich.

„Venus der Tüten“ – Installation von Maria Rosina Lamp
Zu diesem Zyklus gehört die Installation von Maria Rosina Lamp „Venus der Tüten“. Ein aus Kunststoff geformter Körperabdruck der Künstlerin, in der Haltung der Venus von Milo steht vor einem Berg aus Plastikmüll. Die Künstlerin konfrontiert uns mit unserem Konsumverhalten. In Deutschland werden jedes Jahr pro Kopf durchschnittlich 47 Kilo Verpackungsmüll weggeworfen. Aus dem Inhalt der gelben Säcke läßt sich ein Persönlichkeitsprofil der Konsumenten erstellen, denn der Müll spiegelt deren Vorlieben und Lebensformen wider – so entlarven sich Vegetarier oder Fleischkonsumenten ebenso, wie Haustierbesitzer oder Familien mit Kleinkindern. Der Plastikmüll wird zum Spiegel des menschlichen Verhaltens, seiner Sozialisation und Kultur.

„Schöne neue (Plastik-)Welt“ – Videoinstallation von Maria Rosina Lamp und Paulo de Brito
In kurzen Filmsequenzen meditiert das Künstlerpaar über den Stellenwert von Plastik im Alltag. (Alp)traumartig zeigen sie die verführerisch schöne Seite des Materials und seine überwältigende Omnipräsenz.

„SOS“ – Installation von Angelika Hubner auf der „Wiege von Starnberg“.
Die Installation von Angelika Hubner besteht aus über 300 Plastiktüten, welche die Wertstoffkünstlerin über Jahre gesammelt und geschenkt bekommen hat. Mit ihren bunten Labels verkünden sie ihre Marken und ihre Herkunft aus bekannten Einkaufstempels aus der ganzen Welt. Die Tüten nähte die Künstlerin so zusammen, dass in der Mitte des ca. 50 Quadratmeter großen und dabei nur 3,8 kg schweren Stoffes ein riesiges „SOS“ lesbar wurde. Ein Aufruf, sich der schieren Plastikmenge bewusst zu werden, die das Konsumverhalten produziert.

Plastikmode (nicht) zum Anziehen ….
Die Kostümbildnerin Angelika Hubner zeigt verspielte Plastikmode, die aus Videobändern gehäkelt, Kaffeeverpackung oder aus alten Regenschirmen genäht wurde. Im Gegensatz zu ihrem bunten und auffälligen Upcycling-Schmuck sind sie leider nicht tragbar.

. und eine Textilperformance von Angelika Hubner.
Mit Szenenbildern aus recycelten Kleidungsstücken soll die Phantasie der Zuschauer angeregt werden, wie man aus abgelegten Kleidungsstücken schicke und tragbare Mode machen kann.

Familie Plexi“ – Figurengruppe aus Plastikmüll von Helmi Iwan
Der Künstlerin Helmi Iwan ist Umweltschutz ein Herzensanliegen. In vielen Bereichen engagiert sie sich dahingehend bereits. Ihre vierteilige Skulpturengruppe „Familie Plexi“ besteht komplett aus weggeworfener Plastikverpackung, welche die Künstlerin zweckentfremdet. Mit einem Augenzwinkern verdeutlicht sie so den Einfluss von Plastik auf die ganze Familie.

Kleinplastiken aus Kunststoff von Sabina Schrenker
Auch die Künstlerin Sabina Schrenker zeigt die verspielte und ästhetische Seite des Materials „Plastik“. Ihre fröhlich bunten Skulpturen erinnern an Werke der Künstlerin Niki de Saint Phalle und streben, wie diese, eine Harmonie der Farben und Formen an.

Diashow mit Tim Noack

Die Organisation „VISION & MISSION – Mantahari Oceancare“ möchte auf ihre Organisation aufmerksam machen. Dazu ist Gründer Tim Noack vor Ort und zeigt in einer halbstündigen Diashow Unterwasseraufnahmen von seinen Begegnungen mit Mantarochen und den Problemen mit Plastik.

Virtuelle Ausstellung « f a c e s »
Maria Rosina Lamp & Paulo de Brito

Nach vielen schönen Begegnungen und interessanten Gesprächen ging die Ausstellung f a c e s im neuen Art|Atelier von Paulo de Brito im August zu Ende.

Wir gehen mit der Zeit: Die vielen positiven Rückmeldungen haben uns motiviert, die Werke in die virtuelle Welt zu transferieren. Wer sich die digitale Ausstellung anschauen und ausprobieren möchte, in dreidimensionalen Räumen zu surfen, einfach hier klicken.